Unfallwagen, welches Risiko habe ich?

Die wohl interessanteste Kategorie. Ihr habt Probleme mit Eurem Peugeot? Die Werkstatt weiss mal wieder nicht weiter? Das Handbuch gibt auch nichts mehr her? Na dann, stellt Eure Frage hier rein.
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Vollgastauglich
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Re: Unfallwagen, welches Risiko habe ich?

Beitrag von Vollgastauglich » Do 12.03.09 19:37

moinsen...

die arbeit meines berufsstandes wird hier wohl doch noch recht ordentlich angezweifelt ... - oder andersrum - ich bin selbst karosseriebauer - wenn auch bei einer anderen marke!

etwa 6000 euronen schaden ist schon ne hausnummer. würde mich primär aber erstmal nicht abschrecken.

auf was zu achten, oder zu erfragen ist: ein achsmess-protokoll nach der unfallreparatur würd ich mir mal zeigen lassen - hier siehst du am ehesten, ob noch irgendwo an der hardware probleme sind. ansonsten kann so eine summe durch vielerlei dinge hervorgerufen werden. bei einem heckunfall is das ganze oft ne haftpflicht-sache. sprich - das auto darf so wiederhergestellt werden, dass der nutzer keinerlei einschränkungen in funktion und optik hat. würde auch umfassen, dass angrenzende teile zu den erneuerten mit einlackiert werden und solche scherze. => kein lackunterschied mehr
das böse wort mit "r": richtbank - hier isses üblich, selbst zur kontrolle des unterbodens und der rahmentragenden teile die karosse auf die bank zu setzen, um eine deformation auszuschliessen - muss also noch nichts wildes gewesen sein - kostet aber eben auch richtig kohle, wenn die bank aufgerüstet wird, das fahrzeug draufgesetzt usw ...

folgeprobleme: wir haben bei uns äusserst pingelige kunden, die notfalls sogar flöhe husten hören - und ich kann aus meiner erfahrung sagen, dass die restliche karosse, die definitiv mit dem unfall nix zu schaffen hatte, genauso geräuschanfällig ist, wie die unfallbeschädigten zonen.
korrosion: heisses thema! hier kann der betrieb am meisten versauen. es wurde ja schon geschrieben, dass man nicht an alle stellen zum versiegeln hinkommt. das ist so nicht ganz richtig. man kommt mit etwas gutem willen an ALLE hohlräume. wir haben bei uns sonden mit etwa nem meter fuffzich länge, mit der wir z.b. sogar die fensterrahmen an türen wachsen (wo normal kein hersteller konserviert). du hast nach einer reparatur handgezogene dichtnähte, die tatsächlich die falze versiegeln - das wird im werk alles maschinell gemacht. und ich habe schon viele werksteile gesehen, an denen die abdichtung schlicht und ergreifend neben der falz lag.

meine eigene erfahrung (siehe meine galerie)...
mein 124er habe ich ab den hinteren türen komplett erneuert - und hatte zunächst keine probleme - die wahl des lackierers stellte sich etwa 3 jahre später als fehler raus - und es gab an "unerwarteten stellen" korrosionsprobleme. wie sich rausstellte hatte er da schlicht und ergreifend vorm lackieren die grundierung durchgeschliffen... :sonich:
mein jetziger war ein leckerer seitenschaden - etwa 15k€ schaden- den fahr ich aktuell noch - ohne jeglichen qualitätsverlust - eher gegenteilig - die rep. stellen sind besser konserviert, als der rest vom auto, was sich auch schon deutlich bewährt hat. es knirscht, zirpt und knartscht nichts - ich fahr den boliden jetzt schon seit etwa 135tsd kilometern. incl. tieferlegung und sehr flachen gummis, was das ganze nochmal erschwert...

resumé: hol dir hilfe vom fach (dekra, tüv...) und lass den schadensbereich mal gezielt kontrollieren - die können dann sicher schon mehr sagen.
eine übliche wertminderung liegt bei etwa 10% der schadenshöhe - wären bei deinem fall also mal runde 600 euro - ein nachlass von 2500 is da schon eher fürstlich. lass dir am besten mal das gutachten zeigen, da steht der wertverlust drinne.
Wenn nach endlosen Stunden am Konzentration die Computer nachlässt,
sollte man sich von dem Gedanken zu Ende schreiben,
irgendwelche Texte noch unbedingt verabschieden zu wollen.


Uli Stein

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Re: Unfallwagen, welches Risiko habe ich?

Beitrag von CoupeGSX » Do 12.03.09 21:49

das is doch mal ein wort vom fachmann :lach:

denk ma da haste ein paar sehr interessante backroundinfos... danach kannste dich denk ich richten...

mach's doch wie bei der gelbe-seiten-werbung und schnapp ihn dir und hol ihn mit zu dem auto :D
Anlauf statt Gleitcreme!

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Re: Unfallwagen, welches Risiko habe ich?

Beitrag von obelix » Do 12.03.09 22:18

Vollgastauglich hat geschrieben:
etwa 6000 euronen schaden ist schon ne hausnummer. würde mich primär aber erstmal nicht abschrecken.
naja - wenn man bedenkt, dass alleine EINE arbeitsstunde eines blechbatschers schon mit bis zu 140 euronen (je nach wohnort) zu buche schlägt ist die summe von 6000 öcken schnell erreicht:-)
so ein heckschaden geht schon in die zeit, alleine das einschlagen der neuen fahrgestellnummer iss schnell ne halbe stunde *gg*

materialaufwand darf man auch ned unterschätzen, klappe, heckscheibe, leuchten, bleche am heck, stossfänger, schürzen, neues kennzeichen und der ganze haufen kleinkruscht...

dann die kosten für das lacken, fast das halbe auto. da bist auch recht schnell bei weit über nem tausender.

und ich hab noch ned mal gerechnet, was evtl. an innenraumteilen anfällt, hutablage, c-säulenverleidungen usw. geht ja meist auch über die wupper. und in der pugwerkstatt werden eben neuteile zu pugpreisen gerechnet, zahlt ja irgend ne assekuranz, wieso also rabatte geben und den gewinn mindern???

sofern kein farbtonunterschied sichtbar ist (sowohl in der sonne als auch unter kunstlicht wie z.b. strassenlaterne) isses normal kein thema.
die hohlraumversiegelung kann man auch nachträglich nochmal prüfen und verbessern oder nachholen, ist absolut kein problem.

gruss

obelix
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