Wechsel der Zylinderkopfdichtung

Die wohl interessanteste Kategorie. Ihr habt Probleme mit Eurem Peugeot? Die Werkstatt weiss mal wieder nicht weiter? Das Handbuch gibt auch nichts mehr her? Na dann, stellt Eure Frage hier rein.
holleput
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Wechsel der Zylinderkopfdichtung

Beitrag von holleput » Do 03.02.11 10:44

Hallo @ all PUG Freunde
Ich bin seit gut einem halben Jahr Stolzer Besitzer eines 106 (1,0 Liter 33 kw Bj.95), beim Kauf hatte der kleine einen Motorschaden und brauchte erstmal einen neuen/anderen Motor.
Also aufgemacht zum Schrotti und ne 1,0 Liter Maschine mit 120.000 Km für nen Hunni gekauft und am selben Tag auch eingebaut. Klappte sehr gut war so ca. 4-5 Std. Aufwand und er lief auch .
Nun aber zu meinem Problem !
Die Zylinderkopfdichtung ist hinüber und mir riet ein Kfz Meister davon ab es an diesem Motor (Alu Block) selbst zu machen, da beim Kopf abnehmen die Laufbuchsen sich lösen und dann wäre er nicht mehr dicht zu kriegen.
Bei anderen Marken/Fahrzeugen ist es mir schon gelungen.
Habe in diesem und auch anderen Foren sehr viele Meinungen zum Wechsel der ZKD gelesen und bin etwas verunsichert .
Brauche Ich Spezielles Werkzeug um die Laufbuchsen zu sichern oder läßt sie sich die Dichtung auch mit Werkzeug einer Normal ausgestatteten Werkstatt erneuern.
Wenn jemand von euch da besondere Vorgehensweisen entwickelt hat oder vielleicht eine Step by Step Anleitung zwecks Kontrolle bitte ich um Antwort

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Re: Wechsel der Zylinderkopfdichtung

Beitrag von obelix » Do 03.02.11 11:53

holleput hat geschrieben: Die Zylinderkopfdichtung ist hinüber und mir riet ein Kfz Meister davon ab es an diesem Motor (Alu Block) selbst zu machen, da beim Kopf abnehmen die Laufbuchsen sich lösen und dann wäre er nicht mehr dicht zu kriegen.
da hat der meister nicht ganz unrecht. es kann schon passieren.
im normalfall klappt das aber,du darfst nur ned an der kw drehen, oder beim schaben die buchsen irgendwie anstossen.
die xu-motoren haben auch laufbuchsen, und kaum einer hier erneuert die dichtungen, wenn er die zkd tauscht.
im notfall müssen eben die 4 gummiringe neu rein.
bist du denn sicher, dass du nen alublock hast? die regel ist eig. der gussblock.
alublöcke sind relativ wenig verbreitet. jedenfalls verkaufe ich so gut wie keine ersatzteile dafür.

gruss

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Re: Wechsel der Zylinderkopfdichtung

Beitrag von mrx0001 » Do 03.02.11 12:03

nen 1 l motor aus grauguss were aber nen zimlicher gewichts nachteil :gruebel:




solange der motor nicht durchgedreht wird wenn der kopf runter ist ist die warscheinlichkeit recht gering das da was passiert....

meist sind ide buchsen eh etwas fest oxidiert das man da garnicht sooo extrem vorsichtig sein muss. und selbst wenn da eine buchse kommen würde und man das bevor die neue kodi drauf kommt bemerkt müsste mann nur die ölwanne runternehmen einmal das pleuel lose nehmen und die komplette buchse samt kolben entnehmen neuen o-ring drüber sauber machen und rein damit.

ist zwar nicht die tollste arbeit aber rein kostentechnisch lächerlich (wenn man alles richtig macht und nicht noch mehr kaputt macht)
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Re: Wechsel der Zylinderkopfdichtung

Beitrag von holleput » Do 03.02.11 14:47

@
obelix hat geschrieben:bist du denn sicher, dass du nen alublock hast? die regel ist eig. der gussblock.
Ich bin mir zu 100% sicher wegen dem Alu Block .Info wurde durch andere Werkstatt bestätigt.

@
mrx0001 hat geschrieben:solange der motor nicht durchgedreht wird wenn der kopf runter ist ist die warscheinlichkeit recht gering das da was passiert....
Werde die Nockenwelle (durch das Nockenwellenrad) mit dem 10 mm Metallstab/Zentrier stift in OT-Stellung und mit dem 6mm Metallstab/Zentrier stift unterhalb der Kühlmittel-Ablaßschraube in der Schwungscheibe fixieren.
Danke an euch beide, meine anfängliche Verwirrung / Unsicherheit ist fast verflogen und ich werde mich baldmöglichst daran machen.
Hat wer vielleicht noch Anregungen bezüglich der Teile die man unbedingt tauschen sollte wie z.b. Zahnriemen, Spannrolle, Deckeldichtung und bei der Kopfdichtung welche , die 1,4 mm oder die 1,6 mm dicke.
Leider ist mein Budget ziemlich eingeschränkt kann ich mich da aus Kostengründen an e**y wenden oder sollte ich doch lieber nur die Original-teile vom freundlichen nehmen.

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Re: Wechsel der Zylinderkopfdichtung

Beitrag von obelix » Do 03.02.11 16:25

holleput hat geschrieben: Hat wer vielleicht noch Anregungen bezüglich der Teile die man unbedingt tauschen sollte wie z.b. Zahnriemen, Spannrolle, Deckeldichtung und bei der Kopfdichtung welche , die 1,4 mm oder die 1,6 mm dicke.
Leider ist mein Budget ziemlich eingeschränkt kann ich mich da aus Kostengründen an e**y wenden oder sollte ich doch lieber nur die Original-teile vom freundlichen nehmen.
bei der laufleistung auf jeden fall den zr. und praktischerweise gleich die wapu.
für die kodi nimmst die serienstärke. ausser du lässt den kopf planen, dann muss man rechnen:-)
von vorteil wären auch die ventilschaftdichtungenm dazu brauchst ein paar dichtungen für die periperie, wie z.b. krümmerflansch.
da nimmst am betsen nen komplettsatz, da ist alles drin und es ist preiserter als einzeln zusammen zu kaufen und evtl. was zu vergessen:-)))

an material wirst so um die 200/210 euro rechnen müssen.
du brauchst:
kopfdichtsatz
zr-kit
zk-schrauben
wapu
ölfilter
evtl. zündkerzen

beim händler zahlst ~350-??? euro für die selben teile, die du z.b. bei jürgen (www,pejot.org) oder bei mir (www.liontech.de) für ~200-210 bekommst. in der bucht wirst sicherlich billiger wegkommen (ca. 180), aber da läufst du gefahr, irgendwelchen billigschrott zu bekommen.
lieber zu den spezialisten:-)

das hast alles aus einer hand, vollen service und garantiert keinen schrott im paket. und teile, die du ned in den shops findest kriegst trotzdem, da reicht ne mail...

gruss

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Re: Wechsel der Zylinderkopfdichtung

Beitrag von Dark Star *CTi* » Do 03.02.11 18:20

obelix hat geschrieben:
das hast alles aus einer hand, vollen service und garantiert keinen schrott im paket. und teile, die du ned in den shops findest kriegst trotzdem, da reicht ne mail...

gruss

obelix
Kann ich so bestätigen.

Ich habe vor ein paar Jahren auch schonmal die KoDi im 1.0er gemacht, war auch Alu-Block, und mein 1.1.er jetzt auch. So selten können die also doch nicht sein?
Grüße aus Franken,

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Re: Wechsel der Zylinderkopfdichtung

Beitrag von holleput » So 06.02.11 11:14

Guten Morgen,
habe mich entschieden nur das nötigste zu machen um den Geldbeutel erstmal etwas zu schonen. Das heißt also nur die Kopfdichtung mit Schrauben, Deckeldichtung, Wasserpumpe, Zahnriemen und Spannrolle.
Welche stärke hat die Serien Kopfdichtung wenn es anzunehmen ist das der Kopf nicht geplant werden muss ?.

Vielen Dank an alle und ich werde euch auf dem laufenden halten ob, oder nicht die Reparatur erfolgreich verlaufen wird.
Schrauber Gruß von holleput

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Re: Wechsel der Zylinderkopfdichtung

Beitrag von Dark Star *CTi* » So 06.02.11 12:11

Also ich würd mindestens die Schaftdichtungen auch mitmachen, ist kein großer Aufwand, wenn der Kopf eh drunten ist, und kosten sind im einstelligen €-Bereich. Mußt halt noch Öl, -filter und Kühlerfrostschutz auf jeden Fall dazurechnen.
Grüße aus Franken,

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Re: Wechsel der Zylinderkopfdichtung

Beitrag von holleput » So 06.02.11 13:00

Dark Star *CTi* hat geschrieben:Also ich würd mindestens die Schaftdichtungen auch mitmachen, ist kein großer Aufwand, wenn der Kopf eh drunten ist, und kosten sind im einstelligen €-Bereich. Mußt halt noch Öl, -filter und Kühlerfrostschutz auf jeden Fall dazurechnen.

Bezüglich der Schaftdichtung habe ich auch schon daran gedacht diese mit zu wechseln aber mir fehlt dazu die nötige Erfahrung/ Werkzeug und Bezugsquelle . Hast Du da eventuell noch ein paar Tips für mich?
Öl,-filter und Frostschutz habe ich noch auf Vorrat ( Doppelbestellung beim letzten Wechsel ) was also nicht aufs Budget schlägt.
Schrauber Gruß von holleput

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Re: Wechsel der Zylinderkopfdichtung

Beitrag von Dark Star *CTi* » So 06.02.11 13:51

Bezugsquelle: siehe oben ;)

Wenn Du einen Federspanner in der passenden Größe hast, ist es ganz einfach, ansonsten mußt Du etwas improvisieren.

Ohne Federspanner:

Der Federabschluß ist mit 2 halbrunden Hülsen am Ventil festgemacht. Um die zu lösen, ohne daß sie in der Werkstatt fliegen gehen, nimmst Du eine 20er Nuß (oder vegleichbar, muß gut auf diesem Teller aufliegen) mit Verlängerung, setzt die auf den Teller oben drauf und schlägst mit einem Hammer kräftig drauf. Die Feder entspannt sich, und die Hülsen liegen jetzt in der Nuß. Jetzt kannst Du das Ventil nach unten rausziehen, oben sitzt die Schaftdichtung. Wenn Du keine große Einschleifaktion vorhast, müssen die Ventile wieder an ihren alten Platz zurück, ich habe jedes einzeln gemacht, ansonsten durchnummerieren. Die alten Schaftdichtungen kannst Du mit einer Universalzange runterbekommen, und die neuen mit etwas vorsicht an die Stelle setzen. Ventil leicht einölen, und von unten wieder einsetzen. Bis dahin absolut simpel.

Jetzt kommt das Problem, die beiden Schafthülsen wieder einrasten zu lassen, und zwar beide gleichzeitig. Hierzu habe ich zuerst das jeweilige Ventil von unten mit einem Stück Holz (Spanplatte, sollte weicher sein, als das Ventil, muß auch nicht wirklich viel aushalten) festgesetzt und alles locker vorgebaut, so daß die Schafthülsen 'nur noch' reingedrückt werden müssen. Ich habe mir dazu eine 32er Nuß mit 1/2 Zoll Anschluß genommen. Der 1/2 Zoll Anschluß ist gerade so groß, daß der Schaft und die Hülsen da durch passen würden. Die Nuß mit dem 1/2 Zoll Anschluß oben auf den Teller gesetzt. Jetzt hab ich geschaut, daß ich eine Nuß finde, die genau auf die oberen Ränder der Hülsen paßt (9er 1/8 Zoll plus Adapter auf 1/4 Zoll, damit die Länge hinkommt), in die der Ventilschaft aber ein Stück weit reinpasst. Die habe ich auf die oberen Ränder der Hülsen gesetzt, durch die 1/2 Zoll Öffnung der großen Nuß. Jetzt Arbeitshandschuhe aus Leder anziehen, und mit Deinem ganzen Gewicht Druck von oben auf die beiden Nüsse ausüben. Durch die große Nuß wird die Feder zusammengedrückt, und die kleine Nuß drückt die Schafthülsen an ihren Platz. Man merkt ein deutliches Knacken, dann sitzt es. Von dem 'Spezialwerkzeug' kann ich gleich noch ein Foto machen, aber ohne Zylinderkopf, der bleibt jetzt die nächsten 100000km drin ;)

Edit: Bilder:
schaftis_01.jpg
die 32er Nuß, daneben eine 9er mit 1/8 - 1/4 Adapter
schaftis_01.jpg (58.03 KiB) 3716 mal betrachtet
schaftis_02.jpg
So wird das dann oben auf den Teller aufgesetzt, der Rand der 9er drückt die Hülsen in ihre Position, die Auflagefläche der 32er drückt die Feder zusammen.
schaftis_02.jpg (61.62 KiB) 3716 mal betrachtet
schaftis_03.jpg
Das ganze von oben gesehen.
schaftis_03.jpg (65.76 KiB) 3716 mal betrachtet
Zuletzt geändert von Dark Star *CTi* am So 06.02.11 14:34, insgesamt 1-mal geändert.
Grüße aus Franken,

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