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enormer Kuehlmittelverlust bei Drehzahlen ueber 2000

Verfasst: Fr 14.05.10 17:31
von 206hdi1.6
Hallo Leute
brauch dringend eure Hilfe.
Bin gestern 1000KM in Urlaub gefahren und bei KM 500 kam ploetzlich die Meldung Kuehlmittel nafuellen.
Hatte ntuerlich keins dabei. Habe dann Vittel (hatte ich zum Glueck wegen meinem Hund dabei) eingefuellt.
Bin dann weiter gefahren (Autobahn).
Nach 5KM schon wieder nafuellen.
Habe mich dann im Motorraum mal Umgeschaut.
Es ist ein 1.6hdi (DV6).
Habe dann gesehen, dass es unterhalb des Gehaeuses wo die Oelfilterpatrone sitzt leicht tropft.
Auf dem Gehaese sitzt auch noch so ein 4-eckiger Kasten mit Kuehlrippen trauf.
Weis jemand die Funktion dieses Kastens mit den Kuehlrippen, hat dieser etwas mit dem Kuehlsystem zu tun?
Oky, nach dem Auffuellen bin ich dann mal langsam weiter mit max 100 und Drehzahl ca.2000.
Bin so dann ca. 150KM gefahren und habe dann mal eine Pause gemacht.
Motorraum nachgeschaut, Kuehlmittelstand oky.
Oky, weiter gefahren.
Nach ca. 10KM musste ich kraeftig beschleunigen (drehzahl max ca.3000)
Nach dem Vorgang direkt fehlermeldung Kuehlmittel nachfuellen.

Die restlichen KM bin ich dann noch mit einmal nafuellen und drehzahl bis 2000 Umdrehungen gefahren.

Koennt Ihr mir helfen?

Sorry dass ich oe; ue und ae schreibe, die Tastatur hier hat sonst nichts.

Gruesse

Re: enormer Kuehlmittelverlust bei Drehzahlen ueber 2000

Verfasst: Sa 15.05.10 09:45
von petit lion
Ist Dir bewußt, dass Du mit einer solchen Aktion deine Zylinderkopfdichtung killen kannst? Die kann jetzt bereits einen Knacks haben und bis zu sechs Monate hinterher noch undicht werden. Es kann bereits Luft in das Kühlsystem gelangt sein. Dies führt zu einer schlechteren Kühlung und das schädigt auf Dauer ebenfalls die ZKD.

Schau mal nach, ob Du ein weißes Emulgat im Öleinfülldeckel siehst. Wenn nicht ist (noch) alles ok.

Um genau festzustellen wo der Kühlkreislauf undicht ist, sollte der Kühler bei stehendem Motor unter Druck gesetzt werden. Dazu benötigt man einen "Abdrücker" (kleine Handpumpe mit Manometer). Von einem Drucktest mit warmen Motor rate ich ab.

Das Leck beheben (lassen), Kühlmittel auffüllen (Frostschutztemperatur und benötigten Kühlmitteltyp beachten) und das System dann bei laufendem Motor sofort entlüften.

Re: enormer Kuehlmittelverlust bei Drehzahlen ueber 2000

Verfasst: Sa 15.05.10 10:15
von Aron
petit lion hat geschrieben:Ist Dir bewußt, dass Du mit einer solchen Aktion deine Zylinderkopfdichtung killen kannst? Die kann jetzt bereits einen Knacks haben und bis zu sechs Monate hinterher noch undicht werden. Es kann bereits Luft in das Kühlsystem gelangt sein. Dies führt zu einer schlechteren Kühlung und das schädigt auf Dauer ebenfalls die ZKD.

Schau mal nach, ob Du ein weißes Emulgat im Öleinfülldeckel siehst. Wenn nicht ist (noch) alles ok.

Um genau festzustellen wo der Kühlkreislauf undicht ist, sollte der Kühler bei stehendem Motor unter Druck gesetzt werden. Dazu benötigt man einen "Abdrücker" (kleine Handpumpe mit Manometer). Von einem Drucktest mit warmen Motor rate ich ab.

Das Leck beheben (lassen), Kühlmittel auffüllen (Frostschutztemperatur und benötigten Kühlmitteltyp beachten) und das System dann bei laufendem Motor sofort entlüften.

Moin,

ich tippe auf Kopfdichtung.

Grundsätzlich gillt eins, hohe Motordrehzahlen viel Verbrennungsdruck, einfach erstmal gucken ob oben am Ausgleichsbehälter eingetrocknetes Kühlmittel ist, dann bei abgekühlten Motor aufmachen und wenns deutlich plopp bzw zisch macht Kopfdichtung wechseln...

Abdrücken kann man vergessen, im Brennraum haste Drücke von über 150bar, welche meist durch halb und hochdruckdurchlässige Teilbereiche der Kodi gedrückt werden, also mit dem Abdrücken findet man am wenigsten, da man einfach aufm Kühlsystem keine 150bar Druck erzeugen kann um zu sehen ob Kühlwasser in den Brennraum läuft...

Re: enormer Kuehlmittelverlust bei Drehzahlen ueber 2000

Verfasst: Sa 15.05.10 14:50
von petit lion
Aron hat geschrieben:Abdrücken kann man vergessen, im Brennraum haste Drücke von über 150bar, welche meist durch halb und hochdruckdurchlässige Teilbereiche der Kodi gedrückt werden, also mit dem Abdrücken findet man am wenigsten, da man einfach aufm Kühlsystem keine 150bar Druck erzeugen kann um zu sehen ob Kühlwasser in den Brennraum läuft...
Ne klar geht das nicht ;)

Mir ging es erst einmal um seine Aussage, dass an einem Behälter im Motorraum Kühlflüssigkeit herauskommt. :)

Re: enormer Kuehlmittelverlust bei Drehzahlen ueber 2000

Verfasst: Sa 15.05.10 15:37
von 206hdi1.6
petit lion hat geschrieben:
Mir ging es erst einmal um seine Aussage, dass an einem Behälter im Motorraum Kühlflüssigkeit herauskommt. :)
Danke fuer eure Antworten.
Die Kuehlfluessigkeit kommt nicht aus einem Behaelter sondern wie ich jetzt mittlerweile weis aus dem Oelwaermetauscher.
Wie schon geschrieben, hatte ich im bereich des Oelfilters Fluessigkeit tropfen sehen.
Den Oelwaermetauscher (oben beschrieben als 4-Eckigen Kasten mit Kuelrippen) habe ich nun mal ausgebaut und gesehen dass
zwischen 2 Kuehlrippen ein feiner Haarriss ist.
So weit so gut, muss mir jetzt nur Ueberlegen wie und wo ich es repariert oder ein neuer kekomme.

Wass die Kuehlfluessigkeit angeht habe ich das Problem das ich Glysantin G33 hier noch nicht gefunden habe.
Meint Ihr ich koennt mit Leitungswasser das System wenn es repariert ist fuellen und naechste Woche damit wieder nach hause fahren ohne dass ich irgendwelche Schaeden befuerchtern muss.
Temeraturen sind hier zwischen 7 gbrad nachts und 15-20 grad tagsueber.
Zu Hause habe ich die Moeglichkeit das System wieder Fachgerecht mit Kuehlmittel zu befuellen.

Gruesse

Re: enormer Kuehlmittelverlust bei Drehzahlen ueber 2000

Verfasst: Sa 15.05.10 16:10
von petit lion
Also... Anstelle von G33 kannst Du zur Not auch G30 nehmen.
Keinesfalls normales Leitungswasser einfüllen, da dein Kühlsystem komplett verkalken kann (wenn Du wieder 1000km nach Hause fährst). Nimm so weit wie möglich destiliertes Wasser. Die Wärme im Motor wird schlechter an das Kühlmittel weitergegeben. So bekommt der Motor im innenleben schnell mal 5°C mehr.

Und nun noch etwas zum Frostschutz. Der hebt den Siedepunkt der Kühlflüssigkeit um 5-10 Grad. Das Kühlsystem muss auch immer unter Druck stehen. Der Siedepunkt wird mit Hilfe des Drucks auch noch einmal angehoben.

Wenn Du also mit kalkhaltigem Wasser, ohne Frostschutz und mit einem Kühler der keinen Druck mehr aufbauen kann 1000km unterwegs bist, dann kannst Du nur beten.

Lass den Kühler irgenwie tauschen oder flicken. Ob der Riss größer wird ist nicht die Frage, sondern nur wann. :!:

Ohne Reparatur des Kühlsystems ist das heikel. In diesem Fall immer genug Wasser dabei und sachte fahren.

Re: enormer Kuehlmittelverlust bei Drehzahlen ueber 2000

Verfasst: Sa 15.05.10 18:11
von 206hdi1.6
petit lion hat geschrieben:Ist Dir bewußt, dass Du mit einer solchen Aktion deine Zylinderkopfdichtung killen kannst? Die kann jetzt bereits einen Knacks haben und bis zu sechs Monate hinterher noch undicht werden. Es kann bereits Luft in das Kühlsystem gelangt sein. Dies führt zu einer schlechteren Kühlung und das schädigt auf Dauer ebenfalls die ZKD.

Schau mal nach, ob Du ein weißes Emulgat im Öleinfülldeckel siehst. Wenn nicht ist (noch) alles ok.

Um genau festzustellen wo der Kühlkreislauf undicht ist, sollte der Kühler bei stehendem Motor unter Druck gesetzt werden. Dazu benötigt man einen "Abdrücker" (kleine Handpumpe mit Manometer). Von einem Drucktest mit warmen Motor rate ich ab.

Das Leck beheben (lassen), Kühlmittel auffüllen (Frostschutztemperatur und benötigten Kühlmitteltyp beachten) und das System dann bei laufendem Motor sofort entlüften.
Also ehrlich gesagt so bewusst dass die ZKD dabei drauf geht war es mir nicht.
Also so weisse pampe habe ich noch keine am Oeleinfuelldeckel gesehen.
Also Du meinst, das durch den verminderten Druckaufbau und das fehlende Glysantin was ich durch Wasser erstezt habe
der Siedepunkt soweit herab gesetzt wurde, dass eine erhoete Temperatur am Zylinderkopf herschte was der Dichtung einen Knacks verpasst hat?
Naja, dann muss ich jetzt hoffen das ich die Heimreise ohne vorfliegende Dichtung ueberstehe.

Habe vorhin eine Peugeothaendler in der Naehe ausfindig gemacht und werde mir am Montag mit meinen paar procken Franzoesisch einen neuen Oelkuehler (reparieren will ich ihn besser nicht, nicht dass weiter innen auch noch irgendwann ein riss auftaucht und dann sich Oel und Kuehlmittel vermischen) und mir auch gleich das Glysantin mitbesorgen.

gruesse
Michael

Re: enormer Kuehlmittelverlust bei Drehzahlen ueber 2000

Verfasst: So 16.05.10 13:06
von petit lion
206hdi1.6 hat geschrieben:Also so weisse pampe habe ich noch keine am Oeleinfuelldeckel gesehen.
Das ist sehr gut :daumenhoch:
Also Du meinst, das durch den verminderten Druckaufbau und das fehlende Glysantin was ich durch Wasser erstezt habe der Siedepunkt soweit herab gesetzt wurde, dass eine erhoete Temperatur am Zylinderkopf herschte was der Dichtung einen Knacks verpasst hat?
Das kann, muss aber nicht passiert sein. Wird aber mit Sicherheit passieren. Vor allen Dingen bei hoher Zuladung, Bergstrecken, Stau....

Erklärung: Siedepunkt eines Kühlmittels liegt bei 110-120°C, wenn es unter Druck steht und richtig gemischt ist. Reines Wasser ohne Druck = ~100°C Siedepunkt. Es bilden sich Wasserdampfblasen. Und lapidar gesagt - Du hast dann keine Wasserkühlung mehr, sondern eine "Luftkühlung".
Habe vorhin eine Peugeothaendler in der Naehe ausfindig gemacht und werde mir am Montag mit meinen paar procken Franzoesisch einen neuen Oelkuehler.
:daumenhoch:
Ein "Bon Jour" und immer höflich bleiben, dann wird dir auch bestimmt geholfen. Die Franzosen mögen uns Deutsche nicht besonders. :dummguck:

Re: enormer Kuehlmittelverlust bei Drehzahlen ueber 2000

Verfasst: So 16.05.10 14:03
von Peugeot309GTI-TD
Oh mein Gott wird hier mit Aussagen um sich geworfen!

" Die kann jetzt bereits einen Knacks haben und bis zu sechs Monate hinterher noch undicht werden."

Die kann auch noch 7 8 9 10 Monaten oder noch viel später kaputt gehen oder auch garnicht, darüber kann man garkeine feste Aussage treffen!


"Es kann bereits Luft in das Kühlsystem gelangt sein. Dies führt zu einer schlechteren Kühlung und das schädigt auf Dauer ebenfalls die ZKD."

Klar kann Luft im System sein, wenn man bei laufendem Motor Wasser nachfüllt kann man aber davon ausgehen das ein sehr großer Teil raus ist!


"Schau mal nach, ob Du ein weißes Emulgat im Öleinfülldeckel siehst. Wenn nicht ist (noch) alles ok."

Aso? Und was ist wenn die Kopfdichtung im Bereich Brennraumeinfassung/Kühlkanal durch ist und es deshalb die Kompression ins Kühlsystem drückt oder der Schaden an nem Schmierölkanal zum Kühlkanal und es den Kühler mit Öl flutet? Ich könnte noch mehr Schadensbilder aufzählen bei denen es keinen weissen Schlamm gibt und die Dichtung trotzdem defekt ist!



"Meint Ihr ich koennt mit Leitungswasser das System wenn es repariert ist fuellen und naechste Woche damit wieder nach hause fahren ohne dass ich irgendwelche Schaeden befuerchtern muss.
Temeraturen sind hier zwischen 7 gbrad nachts und 15-20 grad tagsueber.
Zu Hause habe ich die Moeglichkeit das System wieder Fachgerecht mit Kuehlmittel zu befuellen."

Ja selbstverständlich geht das, auch wenn hier jemand behauptet das ganze Kühlsystem würde dir auf 1000km komplett verkalken! Der gelöste Kalkanteil in dem Wasser welches zu reinfüllst ist begrenzt und wird auch auf den 1000km nicht mehr und führt auch garantiert nicht zur totalen Verkalkung, du hast halt keinen Rostschutz (Frostschutzmittel ist auch Rostschutz) etwas schlechtere Temperaturabgabe und wohl nen geringeren Siedepunkt,wenn du das Kühlsystem aber wie du schreibst reparierst, dann sind diese genannten Nachteile auf dieser kurzen Strecke völlig Latte!

Re: enormer Kuehlmittelverlust bei Drehzahlen ueber 2000

Verfasst: So 16.05.10 14:28
von Markus@
Glycol kommt nur ins Kühlwaaser, damit es im Winter nicht einfriet. Reines Wasser bekommt den Motor besser gekühlt, da Glycol eine höhere Viskosität hat.

Natürlich ist auch noch ein Korosionsschutzmittel dabei gemischt, was sich aber auch aufbraucht. Deswegen soll ja auch alle paar Jahre das Kühlwasser getauscht werden.

Es schadet dem Motor nicht, wenn man im Notfall für eine Woche mal mit reinen Leitungswasser fährt.