Fragen HDI 110 CR- System und FAP
Verfasst: So 12.07.09 11:21
Bonjour Peugeotpiloten,
ich bin neu hier und habe ein paar Fragen zum 206 HDI 110. So einen möchte ich mir wahrscheinlich kaufen und mit Pflanzenöl betreiben.
Womit wir auch schon beim Thema wären: Meinem Umbau.
Meinen Fragen möchte ich eine kurze Beschreibung meines Umbauvorhabens voranstellen, um ein grobes Verständnis zu vermitteln, worum es überhaupt geht.
Das Problem mit dem Pflanzenöl: Es hat eine höhere Viskosität als Diesel (ist dickflüssiger) und es hat eine höhere Zündtemperatur. Auf diese beiden wesentlichen Unterschiede muss ich das Kraftstoff- und Einspritzsystem optimieren.
Viskosität: Tanksieb muss raus, dickere Vorlaufleitung vom Tank nach vorn, evtl. stärkere Vorvörderpumpe, Vorwärmung des Pöls (Pflanzenöls), um es filtergängig zu machen; bei 70°C hat es ungefähr die Viskosität wie Diesel bei 0°C (Daumenwert). Bei den alten WK/VK- Dieseln wird das mit einem Kühlwasserwärmetauscher gemacht, beim CR kann der Vorlauf über den Rücklauf erwärmt werden. Die modernen Diesel haben ja sowieso Schwierigkeiten, warm zu werden, da kann beim Kühlwasser nicht viel Wärme abgezwackt werden.
Zündträgheit: Wegen des höheren Flammpunkts zündet das Pöl in °KW später als Diesel. Die Erfahrungen mit CR- Motoren auf Pöl zeigen, dass sie gut laufen, wenn sie nicht in Teil- oder Niedriglast betrieben werden. Der Kaltstart mit Pflanzenöl ist auch eine Katastrophe.
Bei geringer Last verbrennt das Pöl nicht richtig, setzt sich an der Laufbuchse ab und wird vom Ölabstreifring in die Ölwanne befördert. Dort reagiert es dann unter bestimmten Bedingungen mit dem Möl zu einer sehr langkettigen Substanz, die die Konsistenz von Wackelpudding hat. Außerdem gibt es bei unvollständiger Verbrennung im Brennraum Ablagerungen und über kurz oder lang bricht ein Kolbenring. Beides führt zu einem erheblichen Motorschaden.
Wegen dieser Punkte (Kaltstart und Niedriglast) fahren die meisten ein Zweitanksystem: Zum Starten und bei geringer Last wird mit Dieses gefahren, sonst mit Pöl.
Ich möchte aber komplett mit Diesel fahren.
Den Problemen bei geringer Last möchte ich begegnen, indem ich den "Förderbeginn" (so hieß das bei den Systemen mit Einspritzpumpe) nach früh verlege. Hierdurch erhöhet sich die Brennraumtemperatur, weshalb das Pöl besser verbrennt. Das ist bei einigen VW- DIs schon praktiziert worden, indem ein Stereopotentiometer das Kühlwassertemperatursignal und das Kraftstofftemperatursignal angezapft hat: Über die KW- Temperatur wird der FB nach früh verlegt und die Glühanlage aktiviert, weil das MSG denkt, das Wasser ist kalt, und die Einspritzmenge wird erhöht. Um die Menge wieder zurückznehmen, wird das Kraftstofftemperatursignal auch verändert, sodass das MSG denkt, der Kraftstoff sei kalt, weshalb dann wieder weniger eingespritzt wird. Bei warmem Motor und/oder nicht geringer Last wird das Poti zurückgenommen oder ganz auf null gestellt, um die Maximaldrücke in den Brennräumen nicht zu überschreiten, und weil er in dem Bereich auch so ganz gut läuft.
Den Problemen beim Kaltstart würde ich durch den Einbau einer Standheizung begegnen, wenn sie sich durch das Vorverlegen des "FB" und längeres Glühen überhaupt nicht lösen lassen.
Nun zu meinen Fragen:
1) Meiner Information nach ist in dem HDI 110 sowohl die Bosch CP1 und die CP3 verbaut worden. Erfahrungen zufolge laufen die Autos mit CP3 besser mit Pöl, weshalb ich lieber ein Auto mit CP3 erwischen würde. Hat die CP3 die CP1 ab einem bestimmten Baujahr abgelöst oder wurden die parallel verbaut, je nachdem, was gerade greifbar war?
2) Wie lange halten die Injektoren erfahrungsgemäß? Mit halbgaren Injektoren brauche ich gar nicht erst versuchen, das Auto mit Pflanzenöl zu betreiben.
3) Ist die Intankpumpe durchlässig, wenn sie nicht pumpt, kann also durch die Pumpe durch gesaugt werden, wenn sie tot ist?
4)Sitzt ein Sieb vor der Intankpumpe? Dieser Flaschenhals muss dann wahrscheinlich raus...
5) Ich habe über die Suche zufällig herausgefunden, dass Intankpumpe und Tankanzeige zusammenhängen. Wenn die Pumpe tot ist, geht die Tankanzeige dann auch nicht mehr?
6)Seht ihr die Möglichkeit, den "FB" und die Glühzeit so wie ich es mir vorstelle oder so ähnlich dynamisch zu beeinflussen, ohne andere Parameter zu verändern? Als ich das vorhin schrieb, ist mir eingefallen, dass das MSG gerne Kraftstofftemperaturen zwischen 60 und 80°C oder so haben möchte; das wäre dann ja ein Problem...
7) Welche Standheizung passt in das Auto? Ich denke an eine Webasto Thermo Top C, aber soll die CAN- Bus oder W- Bus oder Omnibus haben?
8) Der FAP. Meiner Information nach braucht so ein geschlossener Filter 500-550°C, um sich freizubrennen. Über den Differenzdruck über den Filter bekommt das MSG Meldung, wann es Zeit ist, den Filter zu regenerieren. Dann müssen die genannten Abgastemperaturen erreicht werden. Wird hierzu eine Nacheinspritzung generiert? Diese wäre im Pflanzenölbetrieb ziemlich bald tödlich, weil die zusätzliche Menge bestenfalls zu einem kleinen Teil verbrannt werden kann.
9) Die einfachen Sachen: Was hat das Auto für Krankheiten. Worau sollte ich beim Kauf achten, was sollte ich checken. Ich fahre derzeit einen 95er Volvo 940 mit 370tkm- natürlich auch mit Pflanzenöl- und habe bisher nicht viel Ahnung von Peugeot. Die Suche hat bisher auch nicht sehr viel konkretes hergegeben.
So, das wars erstmal; ist aber auch schon allerhand, glaube ich. Ich hoffe, euch nicht überrumpelt zu haben, und würde mich freuen, wenn Ihr mir einige meiner Fragen beantworten könnt.
Beste Grüße, á bientot
Sebastian
ich bin neu hier und habe ein paar Fragen zum 206 HDI 110. So einen möchte ich mir wahrscheinlich kaufen und mit Pflanzenöl betreiben.
Womit wir auch schon beim Thema wären: Meinem Umbau.
Meinen Fragen möchte ich eine kurze Beschreibung meines Umbauvorhabens voranstellen, um ein grobes Verständnis zu vermitteln, worum es überhaupt geht.
Das Problem mit dem Pflanzenöl: Es hat eine höhere Viskosität als Diesel (ist dickflüssiger) und es hat eine höhere Zündtemperatur. Auf diese beiden wesentlichen Unterschiede muss ich das Kraftstoff- und Einspritzsystem optimieren.
Viskosität: Tanksieb muss raus, dickere Vorlaufleitung vom Tank nach vorn, evtl. stärkere Vorvörderpumpe, Vorwärmung des Pöls (Pflanzenöls), um es filtergängig zu machen; bei 70°C hat es ungefähr die Viskosität wie Diesel bei 0°C (Daumenwert). Bei den alten WK/VK- Dieseln wird das mit einem Kühlwasserwärmetauscher gemacht, beim CR kann der Vorlauf über den Rücklauf erwärmt werden. Die modernen Diesel haben ja sowieso Schwierigkeiten, warm zu werden, da kann beim Kühlwasser nicht viel Wärme abgezwackt werden.
Zündträgheit: Wegen des höheren Flammpunkts zündet das Pöl in °KW später als Diesel. Die Erfahrungen mit CR- Motoren auf Pöl zeigen, dass sie gut laufen, wenn sie nicht in Teil- oder Niedriglast betrieben werden. Der Kaltstart mit Pflanzenöl ist auch eine Katastrophe.
Bei geringer Last verbrennt das Pöl nicht richtig, setzt sich an der Laufbuchse ab und wird vom Ölabstreifring in die Ölwanne befördert. Dort reagiert es dann unter bestimmten Bedingungen mit dem Möl zu einer sehr langkettigen Substanz, die die Konsistenz von Wackelpudding hat. Außerdem gibt es bei unvollständiger Verbrennung im Brennraum Ablagerungen und über kurz oder lang bricht ein Kolbenring. Beides führt zu einem erheblichen Motorschaden.
Wegen dieser Punkte (Kaltstart und Niedriglast) fahren die meisten ein Zweitanksystem: Zum Starten und bei geringer Last wird mit Dieses gefahren, sonst mit Pöl.
Ich möchte aber komplett mit Diesel fahren.
Den Problemen bei geringer Last möchte ich begegnen, indem ich den "Förderbeginn" (so hieß das bei den Systemen mit Einspritzpumpe) nach früh verlege. Hierdurch erhöhet sich die Brennraumtemperatur, weshalb das Pöl besser verbrennt. Das ist bei einigen VW- DIs schon praktiziert worden, indem ein Stereopotentiometer das Kühlwassertemperatursignal und das Kraftstofftemperatursignal angezapft hat: Über die KW- Temperatur wird der FB nach früh verlegt und die Glühanlage aktiviert, weil das MSG denkt, das Wasser ist kalt, und die Einspritzmenge wird erhöht. Um die Menge wieder zurückznehmen, wird das Kraftstofftemperatursignal auch verändert, sodass das MSG denkt, der Kraftstoff sei kalt, weshalb dann wieder weniger eingespritzt wird. Bei warmem Motor und/oder nicht geringer Last wird das Poti zurückgenommen oder ganz auf null gestellt, um die Maximaldrücke in den Brennräumen nicht zu überschreiten, und weil er in dem Bereich auch so ganz gut läuft.
Den Problemen beim Kaltstart würde ich durch den Einbau einer Standheizung begegnen, wenn sie sich durch das Vorverlegen des "FB" und längeres Glühen überhaupt nicht lösen lassen.
Nun zu meinen Fragen:
1) Meiner Information nach ist in dem HDI 110 sowohl die Bosch CP1 und die CP3 verbaut worden. Erfahrungen zufolge laufen die Autos mit CP3 besser mit Pöl, weshalb ich lieber ein Auto mit CP3 erwischen würde. Hat die CP3 die CP1 ab einem bestimmten Baujahr abgelöst oder wurden die parallel verbaut, je nachdem, was gerade greifbar war?
2) Wie lange halten die Injektoren erfahrungsgemäß? Mit halbgaren Injektoren brauche ich gar nicht erst versuchen, das Auto mit Pflanzenöl zu betreiben.
3) Ist die Intankpumpe durchlässig, wenn sie nicht pumpt, kann also durch die Pumpe durch gesaugt werden, wenn sie tot ist?
4)Sitzt ein Sieb vor der Intankpumpe? Dieser Flaschenhals muss dann wahrscheinlich raus...
5) Ich habe über die Suche zufällig herausgefunden, dass Intankpumpe und Tankanzeige zusammenhängen. Wenn die Pumpe tot ist, geht die Tankanzeige dann auch nicht mehr?
6)Seht ihr die Möglichkeit, den "FB" und die Glühzeit so wie ich es mir vorstelle oder so ähnlich dynamisch zu beeinflussen, ohne andere Parameter zu verändern? Als ich das vorhin schrieb, ist mir eingefallen, dass das MSG gerne Kraftstofftemperaturen zwischen 60 und 80°C oder so haben möchte; das wäre dann ja ein Problem...
7) Welche Standheizung passt in das Auto? Ich denke an eine Webasto Thermo Top C, aber soll die CAN- Bus oder W- Bus oder Omnibus haben?
8) Der FAP. Meiner Information nach braucht so ein geschlossener Filter 500-550°C, um sich freizubrennen. Über den Differenzdruck über den Filter bekommt das MSG Meldung, wann es Zeit ist, den Filter zu regenerieren. Dann müssen die genannten Abgastemperaturen erreicht werden. Wird hierzu eine Nacheinspritzung generiert? Diese wäre im Pflanzenölbetrieb ziemlich bald tödlich, weil die zusätzliche Menge bestenfalls zu einem kleinen Teil verbrannt werden kann.
9) Die einfachen Sachen: Was hat das Auto für Krankheiten. Worau sollte ich beim Kauf achten, was sollte ich checken. Ich fahre derzeit einen 95er Volvo 940 mit 370tkm- natürlich auch mit Pflanzenöl- und habe bisher nicht viel Ahnung von Peugeot. Die Suche hat bisher auch nicht sehr viel konkretes hergegeben.
So, das wars erstmal; ist aber auch schon allerhand, glaube ich. Ich hoffe, euch nicht überrumpelt zu haben, und würde mich freuen, wenn Ihr mir einige meiner Fragen beantworten könnt.
Beste Grüße, á bientot
Sebastian