Zylinderkopftausch

Die wohl interessanteste Kategorie. Ihr habt Probleme mit Eurem Peugeot? Die Werkstatt weiss mal wieder nicht weiter? Das Handbuch gibt auch nichts mehr her? Na dann, stellt Eure Frage hier rein.
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Kris
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Re: Zylinderkopftausch

Beitrag von Kris » Mi 29.12.10 10:05

der wärmetauscher ist thermisch absolut ausreichend. was du noch machen kannst: ne alu-ölwanne mit kühlrippen verbauen, das bringt nochmal ein grosses plus an thermischer sicherheit, v.a. die spitzenwerte sinken damit um rund 10° C.

wie der/die lüfter anspringen, das hat mit dem öl primär nix zu tun, das hat nur was mit dem wasserkreislauf zu tun. je nachdem welche thermostat/thermoschalter-kombi verbaut ist, springt/springen die nunmal früher oder später an.

der D6B hat ab werk auch das gequetschte ritzel.
es gibt auch bei diesen motoren 2 halbmonde - nur sind das ritzel und die dahintersitzende hülse ja im gegensatz zum einteiligen kleineren ritzel zwei getrennte bauteile. und der mond greift leider nur in die hülse.
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ml2112
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Re: Zylinderkopftausch

Beitrag von ml2112 » Mi 29.12.10 11:15

Der Lüfter hat aber doch auch Einfluss auf die gesamte Motorwärme? Wo bekommt man denn noch so eine Ölwanne her?
Und welche Dichtungen brauche ich denn noch für den Zylinderkopf? Was ist mit dem Thermostatgehäuse, ist da ne Dichtung drunter?

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Kris
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Re: Zylinderkopftausch

Beitrag von Kris » Mi 29.12.10 11:52

der lüfter hat nur auf sehr hohe kühlwassertemperaturen einfluss. die öltemperatur kriegste mit nem zweiten lüfter auch nicht runter - zumal die/der lüfter ja eher dann laufen, wenn man wenig luftdurchsatz am kühler hat, also nicht schnell fährt. wenn du auf der AB gas gibst und das öl bei hohen dauerdrehzahlen warm wird, dann geht kein kühlerlüfter an, dann liegen am kühler relativ niedrige wassertemperaturen an.

wenn du nen kompletten elring oder reinz entruser- / kopfdichtsatz kaufst, sind alle dichtungen drin - kodi, ventildeckeldichtung, die nebengehäuse-dichtung, krümmerdichtungen, simmerring, schaftdichtungen usw. einzig der verteiler-o-ring ist nicht dabei.

ne gerippte aluölwanne kriegste in den üblichen foren oder auf ebay.
musst nur aufpassen - viele aluwannen sind defekt. die kriegen bei aufsetzern mikrorisse. das ist leider der nachteil von alu, das reisst oder bricht statt sich zu verformen.
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Re: Zylinderkopftausch

Beitrag von ml2112 » Mi 29.12.10 12:24

Na ja die meisten Dichtungen hab ich ja, daher noch mal nen ganzen Satz zu kaufen ist vielleicht nicht so sinnvoll. Aber mal sehen, wenns nicht gerade mein geplantes Budget übersteigt, dann ist das vielleicht nicht schlecht.
Bin mal gespannt, wie das mit dem Ventile einstellen klappt bzw. die erst einmal richtig einsetzen. Ich muss die Ventile ja nur einschleifen, wenn sie neu sind oder? Leider war der Motor - bei dem der überarbeitete Zylinderkopf dabei war - nur in Einzelteilen und somit die Ventile auch einzeln. Wie erkenne ich denn den Unterschied zwischen Einlass- und Auslassventil? Und benötige ich zum Einsetzen der Ventile irgenein Spezialwerkzeug?
Nach so einer Ölwanne halte ich mal Auschau, glaub vor einiger Zeit war mal eine im Marktplatz aber die ist wohl schon weg. Na ja und ob die jetzt Risse hat, das sieht man leider erst, wenn sie verbaut ist und tropft. Won welchen Modellen passt denn die Ölwanne?

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Re: Zylinderkopftausch

Beitrag von Kris » Mi 29.12.10 12:44

ventile schleift man immer ein, wenn sie raus waren. und erst recht wenn das ventil nicht mehr exakt an derselben stelle sitzt wie zuvor. ist aber auch kein echter aufwand. die auslassventile sind kleiner als die einlassventile.

die ventile einsetzen braucht kein spezialwerkzeug - allerdings braucht man ne ventilzange oder ne zylinderkopfbank um die federn samt keilen einzubauen. und zum abziehen und ansetzen der schaftdichtungen sollte man entsprechend eine schaftdichtungszange und einen schaftdichtungsdorn haben. die ventilführungen sind sehr weich, hat man da das falsche werkzeug, drückt man sie beim abziehen oval und kann sie tauschen - was gar nicht so einfach ist und faktisch nur ein motorenbauer kann. und ohne passenden dorn zerstört man die fragilen schaftdichtungen beim einsetzen reihenweise.

die wannen mit rippen finden sich an vielen XU9, v.a. im 405 und BX 120ps und 16V. gerade in verbindung mit klima waren da zu 90% diese wannen verbaut. es gab auch aluwannen an anderen motoren wie XU7 oder XUDiesel, die haben dann aber oft keine rippen.
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Re: Zylinderkopftausch

Beitrag von ml2112 » Mi 29.12.10 13:11

Gut, ich habe weder so eine Zylinderkopfbank, noch nen Dorn, noch eine Schaftdichtungszange... das kann ja dann lustig werden. Die Zange werd ich wohl noch in nem Teileladen besorgen können, ebenso den Dorn, wenn das dann reichen könnte, wär ja gut. Wusste doch, dass das nicht so einfach wird. Aber davon will ich mich mal nicht abschrecken lassen und versuch mein Glück.
Wenn die Welle verbaut ist und der Motor anspringt, wird er wohl fahrbar sein. Oder ist es zwingend notwendig, die Zündung sofort anzupassen? Das ist eine recht zahme Welle, mit ähnlichen Werten wie die Schrick (268er) und da habe ich schon gehört dass die Leute einfach die Welle reingeschmissen haben und sind so gefahren.
Ach ja wie schleift man denn genau die Ventile ein? :nixkapier:

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Re: Zylinderkopftausch

Beitrag von freeeak » Mi 29.12.10 13:18

wozu spezialwerkzeug um die federn einzusetzen?
schraubzwinge und n bearbeitetes rohr reichen da völlig aus.

Bild

sieht dann in etwa so aus-ist aber billiger und schnell selber gemacht.

die schaftdichtungen kriegt man mit gefühl auch so raus.
als dorn kannst n altes ventil nehmen welches noch mit ner lage isolierband eingewickelt wird das des ventil satt in der führung sitzt.
wenn die dichtungen noch nicht so alt sind kann man sie mit ner spitzzange packen und rausziehen(halt ganz oben greifen)

wobei so ne spezialzange auch nicht die welt kostet.

zum einsetzen reicht ne passende nuss die man einfach auf die dichtung aufsetzt und dann vorsichtig und gerade über die führung drückt.


hab ich bis jetzt immer so gemacht,auch beim praktikum beim motoreninstandsetzer wurden mir solche sachen gezeigt...
ist also keine halbfertig gedachte idee wo jetzt jeder drauf rumhacken darf...


ach und als tip fürs einsetzen der keile:
entweder nen langen vergaserschraubendreher der magnetisch ist oder nen normalen dünnen langen schraubendreher nehmen und etwas lagerfett auf die spitze machen-da den keil "drankleben" und reinfummeln.
mit bissel übung geht des ruckzuck

ventile einschleifen:

du brauchst:
kleinen saugnapf mit stiel -->http://www.werkzeuggigant.com/item.php5 ... ef=froogle
diamantschleifpaste am besten grob/mittel und fein-->http://www.shop-021.de/scherenkauf-p52h ... fpast.html
bissel motoröl

wichtig ist das die führungen sauber sind-am besten einschleifen bevor die schaftdichtungen montiert sind und die ventile kennzeichnen.
ventilschaft gut einölen,diamantpaste auf der dichtfläche vom ventil verteilen und schauen das nix von der paste in den ventilschaft gelangt.
ventil einschieben und den saugnapf aufs ventil setzen und wie so n handquirl drehen und drauf achten das sich das ventil rundrum einschleift.
wenn man keinen widerstand mehr spürt ventil rausholen und die dichtflächen saubermachen(sowohl am kopf wie auch am ventil).die sollten nun mattgrau sein-möglichst ohne fehlstellen.
den vorgang solang wiederholen bis die dichtfläche überall gleich aussieht.

danach alles gut saubermachen,es darf keine schleifpaste im kopf bleiben!



das ganze gibts auch nochma hier recht gut erklärt mit bildern:
http://www.autoschrauber.de/content/000 ... leifen.php
Bist ungeschickt, hast linke Hände?

Läufst gegen Türen und auch Wände?

Kannst nicht schrauben und nicht lenken?
...
Hast auch Probleme mit dem Denken?

Kriegst nicht mal deine Schuhe zu?

Du bist ein Mann für A.T.U.

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Re: Zylinderkopftausch

Beitrag von Kris » Mi 29.12.10 14:05

dem ist kaum was hinzuzufügen.

wobei ich von schraubzwingenlösungen eher abrate - schraubzwingen sind einfach nicht exakt winklig und insgesamt nur grobschlächtig. die gefahr, abzurutschen ist mir persönlich zu gross.

zum welle einbauen:
- ventilspiel einstellen nicht vergessen.
- es gab 2 sorten wellen: axialführung per gabel + axialführung per 2 ringen
- von härteren federn kann ich nur abraten.

zündung: welches system hast du denn?
mit der serienmotronic ist das kein problem. bei jetronic mit dynamischer zündung gilt: zündung zwingend !!! einstellen.
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Re: Zylinderkopftausch

Beitrag von ml2112 » Mi 29.12.10 14:33

Danke erst einmal für die ganzen Tips!

Wie die Wellen geführt werden weiß ich nicht, das seh ich erst wenn ich den Deckel runter hab.
Ich hab eine Motronic Steuerung, Dan regelt sich die Zündung von selbst?
Gut also besorg ich mir besser das notwendige Werkzeug zumindest für die Ventile einzusetzen. Die Schaftdichtungen dürften nicht so sein, da der Motorschaden erst 10tkm her ist. Aber ich bin auch nicht ganz ungeschickt, was technische Handarbeit angeht.

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Re: Zylinderkopftausch

Beitrag von Kris » Mi 29.12.10 14:38

ml2112 hat geschrieben:Ich hab eine Motronic Steuerung, Dan regelt sich die Zündung von selbst?
genau - die motronic hat ne kennfeldzündung. da wird nichts eingestellt.
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