Schoeneberg30 hat geschrieben:tom198 hat geschrieben:Ich weiß jetzt nicht, ob's ironisch gemeint war, aber wenn ich dieser Argumentation folge, müsste man sämtliche Sportwagen mit schmalen Reifen ausrüsten, weil das ja mehr Grip bringt
Oder hab ich jetzt was falsch verstanden?

Hmm, breitere Reifen = Mehr Vmax, meine ich mal gehört zu haben.
auhauerha:-)
wildeste spekulationen:-)))
zuerst mal - winterbetrieb setzt völlig andere gesetzmässigkeiten voraus als normalbetrieb.
ich erklärs mal so:
schnee kann man vergleichen mit wasser (naja, iss ja auch wasser...)
je breiter der reifen, desto schneller "schwimmt" man auf. übertragen auf schnee bedeutet das: je schmaler der reifen, desto besser kommt man im schnee voran, weil die fläche, auf der man "steht" schmaler ist und nicht so schnell "ausrutscht"
das gilt natürlich logischerweise (wie immer auf irregulären untergründen) nur für den umsichtigen fahrbetrieb ohne vollgasorgien oder ähnlichen unsinnigen aktionen.
im normalbetrieb bedeutet der breitere reifen mehr haftung (grip), mehr mögliche seitenführung. das hauptsächlich, weil der breitreifen i.d.r. eine flacheren querschnitt hat, also auch steifer ist als der "ballon"reifen mit hohem querschnitt. gleichzeitig können durch die breitere aufstandsfläche (heisst im fachjargon "latsch") natürlich auch höhere bremsmomente übertragen werden.
allerdings bedeutet der breitreifen auch automatisch mehr verbrauch, da der rollwiderstand steigt und der cw-wert sich verschlechtert.
dazu sinkt der fahrkomfort, bedingt durch weniger luft im reifen und dadurch weniger federung des reifens. je flacher der gummi, desto härter rollt der reifen ab. das kann soweit gehen, dass ein schlagloch zum felgenkiller wird, weil der reifen nicht mehr genug "federweg" bietet.
winterreifen unterscheiden sich u.a. durch profil und gummimischung deutlich von sommerreifen. die heutigen wr sind i.d.r. als lamellenreifen konzipiert. diese lamellen erhöhen den grip durch die vielen scharfen kanten, die beim abrollen des reifens in den schnee beissen.
sommerreifen brauchen das naturgemäss nicht, hier ist der negativ-profil-anteil auch wesentlich geringer. (negativprofil = die rillen)
dazu kommt die bei wr auf die niedrigen temperaturen abgestimmte gummimischung. dieser reifen ist bei tiefen temperaturen noch "beweglich", wo der sommerreifen bereits vor kälte "erstarrt" ist und deswegen kaum noch kraft übertragen kann.
zu dem angesprochenen problem der schmalen bereifung bei sportwagen: man schaue sich mal die bilder von rekordfahrzeugen an - die sind so schmal wie möglich gehalten. hat den grund, dass dadurch der roll- und windwiderstand so niedrig wie möglich gehalten werden sol. dafür können die dinger aber nur gradeaus fahren:-)
der breitreifen am ferrari muss ja nicht nur das auto gradeaus bewegen sondern auch die querdynamik aufnehmen und trotzdem noch vortrieb liefern. deswegen wird hier ein kompromiss eingegangen, da ein sportwagen seinen spass aus dem handling holt, ned bloss aus sturem gradeausballern.
bei rekordwagen, die die salzseen unsicher machen ist die mögliche grundbeschleunigung nachrangig, weil man hier sowieso nicht volle pulle losorgeln kann. da sind dann die aerodynamischen eigenschaften wichtiger.
ein ferrari mit 185er reifen ist gradeaus sicher schneller als der selbe wagen mit werksbereifung, allerdings wird der kaum um die kurve kommen:-9
ich hoffe, die grundideen sind einigermassen verständlich erklärt, das thema liesse sich über seiten weiter ausführen, da spielt so viel mit rein, das ist ne eigene wissenschaft.
gruss
obelix